Weltraum Live · Lexikon Lexikon › Sterne Sonnen in der Ferne

Sterne

Jeder Stern am Nachthimmel ist eine Sonne, manche viel größer und heller als unsere. Sie sind nur so unvorstellbar weit weg, dass sie uns als winzige Lichtpunkte erscheinen.

Bogen der Milchstraße über einer Landschaft
Die Milchstraße über der Atacama-Wüste in Chile. Das helle Band besteht aus Milliarden von Sternen unserer Galaxie. Bild: Bruno Gilli/ESO, CC BY 4.0, Wikimedia Commons

Wie weit sind die Sterne entfernt?

Für Sternentfernungen sind Kilometer viel zu klein. Astronomen rechnen in Lichtjahren: der Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt, rund 9,5 Billionen Kilometer. Der nächste Stern nach der Sonne ist Proxima Centauri. Er ist 4,2 Lichtjahre entfernt. Sein Licht, das heute bei uns ankommt, ist also über vier Jahre alt.

Warum haben Sterne Farben?

Die Farbe eines Sterns verrät seine Temperatur. Blaue Sterne sind am heißesten, mit 10.000 bis über 30.000 Grad an der Oberfläche. Gelbe Sterne wie unsere Sonne haben rund 5.500 Grad, rote Sterne sind mit etwa 3.000 Grad am kühlsten. Ein schönes Beispiel ist das Sternbild Orion: Oben links leuchtet der rötliche Riese Beteigeuze, unten rechts der bläulich-weiße Rigel.

Der Sternhaufen der Plejaden mit bläulichem Nebel
Die Plejaden, auch Siebengestirn genannt. Diese jungen, heißen Sterne leuchten bläulich. Im Herbst und Winter mit bloßem Auge gut zu sehen. Bild: NASA, ESA, AURA/Caltech, Palomar Observatory, gemeinfrei, Wikimedia Commons

Wie entstehen Sterne?

Sterne entstehen in riesigen Wolken aus Gas und Staub. Wo die Wolke etwas dichter ist, zieht die Schwerkraft immer mehr Material zusammen. Es wird heißer und heißer, bis im Kern die Kernfusion zündet. Ein neuer Stern ist geboren. Ein solches Sternentstehungsgebiet ist der Orionnebel. Er ist im Winter schon im Fernglas als Nebelfleck unter den drei Gürtelsternen des Orion zu sehen.

Der Orionnebel in vielen Farben, aufgenommen von Hubble
Der Orionnebel, aufgenommen vom Weltraumteleskop Hubble. Hier entstehen gerade tausende neue Sterne, rund 1.350 Lichtjahre von uns entfernt. Bild: NASA, ESA, M. Robberto (STScI/ESA) und das Hubble Orion Treasury Project Team, gemeinfrei, Wikimedia Commons

Wie sterben Sterne?

Wie ein Stern endet, hängt von seiner Masse ab. Sterne wie die Sonne blähen sich am Ende zu einem Roten Riesen auf, stoßen ihre Hülle ab und werden zu einem kleinen Weißen Zwerg. Sehr schwere Sterne explodieren dagegen in einer gewaltigen Supernova. Zurück bleibt ein Neutronenstern, so dicht, dass ein Teelöffel davon Milliarden Tonnen wöge, oder sogar ein Schwarzes Loch.

Übrigens: Viele Elemente, aus denen wir bestehen, etwa der Kohlenstoff, wurden im Inneren von Sternen erzeugt. Wir sind also im wahrsten Sinne aus Sternenstaub.

Wie viele Sterne gibt es?

Unter einem wirklich dunklen Himmel siehst du mit bloßem Auge etwa 2.500 bis 3.000 Sterne gleichzeitig. Unsere Galaxie, die Milchstraße, enthält zwischen 100 und 400 Milliarden Sterne. Und im ganzen Universum gibt es nach heutigen Schätzungen Hunderte Milliarden Galaxien.

Tausende Galaxien auf einem kleinen Himmelsausschnitt
Das Hubble Ultra Deep Field: Fast jeder Lichtfleck auf diesem Bild ist eine eigene Galaxie mit Milliarden Sternen. Der Ausschnitt ist am Himmel kleiner als ein Sandkorn auf Armeslänge. Bild: NASA und ESA, gemeinfrei, Wikimedia Commons

Sternbilder

Schon vor Jahrtausenden haben Menschen die hellen Sterne zu Figuren verbunden. Heute teilt die Internationale Astronomische Union den Himmel in 88 offizielle Sternbilder ein. Bekannt sind zum Beispiel der Große Wagen, der eigentlich Teil des Großen Bären ist, Orion und Kassiopeia, das „Himmels-W“.